Starke heimische Partnerschaft für mehr grünen Wasserstoff
Die Anlage, deren Inbetriebnahme für Ende 2026 geplant ist, wird jährlich rund 17 Millionen m³ (mehr als 1.500 Tonnen) grünen Wasserstoff produzieren, wobei Sonnenstrom als primäre erneuerbare Energiequelle genutzt wird. Nach der geplanten Inbetriebnahme Ende 2026 wird sie die größte Anlage für die Produktion von grünem Wasserstoff in Österreich sein.
ANDRITZ wird die Anlage liefern und die volle Verantwortung für die Projektdurchführung und Inbetriebnahme übernehmen. Der Lieferumfang umfasst auf EPC-Basis (Engineering, Procurement, Construction) die komplette Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff sowie Systeme zur Wasserstoffreinigung und -kompression.
Das Projekt stärkt die Position von ANDRITZ als führender EPC-Partner für Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und unterstützt die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf Technologien, die den ökologischen Wandel ermöglichen.
Mehrere heimische Energieversorgungsunternehmen - EVN AG, Energie AG, KELAG, LINZ AG und Salzburg AG - haben bereits Elektrolyse-Kapazitäten gebucht.
Winter 2025/26 zeigte Versorgungslücke mit heimischem Strom
Der kalte Winter 2025/26 mit hohem Strom- und Wärmebedarf hat deutliche Spuren hinterlassen. Die erneuerbare Stromproduktion blieb im Jänner und Februar 2026 über mehrere Wochen hinweg auf niedrigem Niveau – kaum Sonne, wenig und nicht berechenbare Windkraft sowie eingeschränkte Wasserkraft. Dies zeigt deutlich, Erneuerbare allein gewährleisten keine Versorgungssicherheit.
Der gleichzeitig hohe Strombedarf im Winter, auch verursacht durch zusätzliche Wärmepumpen, konnte nur durch regelbare Erdgas-Kraftwerke und Stromimporte aus den benachbarten Kern-, Kohle- und Gaskraftwerken sichergestellt werden.
Damit rückt eine zentrale Frage der Energiepolitik wieder ins öffentliche Bewusstsein: Wie kann die Energieversorgung in Phasen geringer erneuerbarer Erzeugung sichergestellt werden?
„100 Prozent erneuerbarer Strom in der Jahresbilanz sichern keine einzige Winterwoche. Dieser Winter hat gezeigt, wer das System tatsächlich aufrechterhält: unsere großvolumigen Gasspeicher, in denen das Gas bereits ein Jahr zuvor eingespeichert wurde und die regelbaren, flexiblen Gaskraftwerke. Durch die frühzeitige Einlagerung waren unsere Speicher auch unabhängig von geopolitischen Gegebenheiten. Mit „Winter“ ist auch in Zukunft zu rechnen, dafür müssen wir gewappnet sein. Ein resilientes Energiesystem muss Versorgung zu jeder Zeit leisten können“, betont RAG CEO Markus Mitteregger.
Kurzfristige Speicher wie Batterien oder Pumpspeicher leisten zwar einen wichtigen Beitrag, sind aber auf einen Stunden- oder Tagesausgleich ausgelegt. Mehrwöchige Erzeugungsdefizite können sie nicht ausgleichen.
Bekenntnisse allein sichern keine Winterversorgung - saisonale Speicher sind zentrale Voraussetzung der Energiewende
Die Transformation des Energiesystems ist erforderlich, gesellschaftlich gewollt und politisch beschlossen. Industriebetriebe sollen verstärkt auf CO2-reduzierte und idealerweise im Land erzeugte Lösungen wie grünen Wasserstoff umsteigen. Die zunehmende Elektrifizierung der Raumwärme erhöht jedoch den Strombedarf gerade in den kalten Wintermonaten massiv, während genau da die Verfügbarkeit grüner Energie wie Sonne, Wind und Wasser deutlich eingeschränkt ist. Auch die aktuelle Speicherstudie der Bundesregierung zeigt den Handlungsbedarf: Sie weist einen saisonalen Speicherbedarf von rund 1,2 TWh im Jahr 2030 und rund 7 TWh im Jahr 2040 aus. Die Speicherprojekte dafür sind identifiziert. Zur Umsetzung sind nun dringend Investitionen in Elektrolyse- und Wasserstoff-Speicherprojekte erforderlich. Nur mit ausreichenden Speichermöglichkeiten kann erneuerbare Energie auch dann genutzt werden, wenn Sonne und Wind keinen Strom liefern.
„Wir wollen Österreich das ganze Jahr über mit günstiger erneuerbarer Energie aus dem eigenen Land versorgen. Genau hier setzt Wasserstoff an: Elektrolyseure machen aus heimischem Sonnenstrom einen speicherbaren Energieträger und deshalb begrüße ich das Projekt in Gampern ausdrücklich. Damit wird Sommersonne im Winter verfügbar, heimische Wertschöpfung gestärkt und Österreich unabhängiger von Energieimporten. Solche Projekte sind ein wichtiger Baustein für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und einen realistischen Wasserstoffhochlauf in Österreich“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.