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Fragen und Antworten

Aufsuchung und Produktion von heimischem Öl und Gas

Was hat Österreich davon, dass die RAG Öl und Gas fördert?

Die RAG leistet mit dieser Produktion einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und erhöht die Unabhängigkeit von Importen. Die heimische Produktion steht damit im gesamtwirtschaftlichen Interesse Österreichs. Grundsätzlich sind alle Kohlenwasserstoffe (Öl und Gas) ”bundeseigene mineralische Rohstoffe”, d.h. sie stehen im Eigentum der Republik Österreich. Die RAG hat ein vertragliches Recht zur ”Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen”. Die RAG muss im Gegenzug aber auch einer ”Mindestaufsuchungsverpflichtung” nachkommen und verschiedene zusätzliche Abgaben an den Staat entrichten, nämlich Feldzins, Flächenzins, Förderzins und Speicherzins. An unseren österreichischen Standorten beschäftigen wir derzeit rund 400 Arbeitnehmer, bei Fremdfirmen werden durch die Zusammenarbeit weitere Arbeitsplätze gesichert. 

Wem gehört das Öl/Gas, das auf meinem Grund gefunden wird?

Die in Österreich vorkommenden Kohlenwasserstoffe, also Öl und Gas, sind Eigentum der Republik Österreich. Die RAG hat ein vertragliches Recht zur "Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen", muss im Gegenzug aber auch einer "Mindestaufsuchungsverpflichtung" nachkommen sowie verschiedene Abgaben an den Staat entrichten (Feldzins, Flächenzins, Förderzins, etc.). Die Besitzer der Grundstücke bekommen von der RAG ein Pachtentgelt für die Dauer der Nutzung ihrer Grundflächen. An den Erlösen aus der Produktion von Erdöl oder Erdgas sind sie, wie auch im Wasser- oder Bergbau, nicht beteiligt. Dies ist rechtlich im Mineralrohstoffgesetz geregelt.

Wie entstehen Öl und Gas?

Öl und Gas entstehen aus organischen Stoffen, also aus tierischen und pflanzlichen Resten. Im Wasser existierende Kleinstlebewesen und Algen sinken, wenn sie sterben, auf den Meeresgrund ab und werden in Schlamm eingebettet. Dadurch entsteht das sogenannte "Muttergestein", eine Schlammschicht, zu der kein Sauerstoff gelangt. Das Muttergestein wird mit der Zeit wieder und wieder überdeckt, wodurch Druck und Temperatur in dieser Schicht ansteigen. Unter diesen Bedingungen wird aus dem toten organischen Material Kerogen und aus diesem schließlich Kohlenwasserstoffe. Die entstandenen Kohlenwasserstoffe wandern aus dem Muttergestein in benachbarte Schichten, die eine bessere Durchlässigkeit haben, beispielsweise Sandstein. Wenn dieser Sandstein darüber liegend eine abdichtende Gesteinsschicht aufweist, kann sich eine Öl- oder Gaslagerstätte bilden. Dieser Vorgang, bei dem organisches Material zu Öl und Gas wird, läuft seit mehreren hundert Millionen Jahren unter der Erdoberfläche ab und findet auch heute noch statt.

Kann man Öl und Gas auch künstlich herstellen?

Grundsätzlich ist das möglich, im Falle von Öl allerdings nur mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Gas kann und wird schon jetzt künstlich hergestellt. Der Energieträger Gas weist viele Vorteile auf: Gas kann über lange Strecken unterirdisch und somit unsichtbar transportiert und in großen Mengen gespeichert werden und steht damit für die Industrie, für die Wärmeerzeugung und in der Mobilität zur Verfügung. Die RAG beschäftigt sich intensiv im Rahmen von mehreren Forschungsprojekten mit der Herstellung von Gas (Wasserstoff, Methan) aus erneuerbarem Strom (Wind, Sonne). Die Forschungsanlage Underground Sun Storage wurde im Oktober 2015 in Pilsbach/Oberösterreich eröffnet und wird vom Klima- und Energiefonds gefördert. Weitere Informationen unter www.underground-sun-storage.at 

Wie lange reichen die vorhandenen Öl- und Gasvorkommen noch?

Die weltweiten Ölvorkommen reichen nach heutigen Schätzungen noch mehrere Jahrzehnte. Die Gasvorkommen noch weitaus länger. Diese Zahlen sind jedoch vom zukünftigen Verbrauch und der technischen Weiterentwicklung abhängig.

Wieviel Gas und Öl wird in Österreich gefördert?

Im Jahr 2014 wurden in Österreich insgesamt durch RAG und OMV 900.000 Tonnen Öl und 1,3 Mrd. m3 Gas gefördert. Diese Mengen an Öl decken ca. 10 Prozent und das geförderte Gas ca. 17 Prozent des österreichischen Bedarfs. Die RAG selbst fördert an ihren Standorten pro Jahr insgesamt ca. 130.000 Tonnen Öl und 250 Mio. m³ Gas. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und reduzieren die Importabhängigkeit.

Wo kommen Öl und Gas in Österreich vor?

Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich verfügen über Öl- und Gasvorkommen. Die RAG sucht und fördert im Salzburger Flachgau, im Oberösterreichischen Alpenvorland und im nördlichen Wiener Becken (Zistersdorf) heimisches Rohöl und Gas.

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Wofür wird Öl benötigt?

Das Erdöl ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir brauchen es nicht nur als Treibstoff für Autos und Flugzeuge, sondern auch zum Heizen. Vor allem aber ist Erdöl ein ganz wertvoller Rohstoff für die Kosmetik-, Arzneimittel- und Kunststoffindustrie. Öl steckt in vielen Produkten, die wir im täglichen Leben nutzen. Das heißt, es steckt in Kunststoffen, Farben, Medikamenten und Kosmetika.

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Es sind nämlich chemische Stoffe, die aus dem Rohöl gewonnen werden. PVC (Polyvinylchlorid) etwa steckt in Fensterrahmen, Fußbodenbelägen und medizinischem Geräten, zum Beispiel in Schläuchen. Polyurethan eignet sich für Schaumstoffe in Polstermöbeln und Matratzen. Polystyrol findet sich in jeder Styropor-Verpackung. Ohne Polyethylen gäbe es keine thermoplastischen Kunststoffe, also keine Gießkannen, Eimer, Fernsehgehäuse, Plastikbehälter, Staubsauger. Polyamid ist der Stoff für Synthetikfasern, zu denen auch die Nylons gehören. Wasch- und Reinigungsmittel bauen auf Ethylenoxid auf. Von Behältnissen für die Nahrungsmittelindustrie, über CDs und DVDs bis zu pharmazeutischen Produkten - ohne Erdöl gäbe es vieles davon nicht. Seifen, Haarsprays, Waschmittel, Shampoos, Zahnbürsten, Autositze, Eimer, Folien, Matratzen, Kreditkarten, Computergehäuse, Farben, Fensterrahmen – die Liste ist endlos.

Erdöl wird auch in Schlüsseltechnologien der Energiewende genutzt: In Dämmungen für Kraftwerke und Pipelines, in Solarzellen und in Windkraftanlagen. Eine Windkraftanlage besteht zu zirka 45 Prozent aus Erdöl und Produkten der petrochemischen Industrie. Und ohne geeignete Schmierstoffe würden die Flügel stillstehen. 500 bis 600 Liter hochwertigen Schmieröls benötigt eine Windkraftanlage jährlich, um in Bewegung zu bleiben.

Darüber hinaus eignen sich ehemalige Erdgas- und Erdölbohrungen vielfach als Basis für die Nutzung von Erdwärme. In die nicht mehr aktiven Bohrlöcher werden Tiefe Erdwärmesonden) eingebracht. Mithilfe dieser wird die Wärme aus den tieferen Erdschichten an die Oberfläche gebracht, indem Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert. RAG hat ein derartiges Projekt in Neukirchen a.d. Vöckla seit 2012 umgesetzt.

Sind Öl- und Gasfelder mit unterirdischen Seen vergleichbar?

Nein. Öl- und Gaslagerstätten sind keine unterirdischen Seen, sondern nach oben hin abgedichtete Sedimentschichten. Das Öl oder Gas befindet sich in porösen Gesteinen.

Wie funktioniert eine Seismik?

Die derzeit modernste, aufschlussreichste und wichtigste Methode bei der Suche nach Erdöl und Erdgas ist die 3D-Seismik.

Der Einsatz der hochentwickelten seismischen Spezialmessungen ermöglicht es, den Aufbau des Untergrundes und seiner geologischen Strukturen bis in Tiefen von 5.000 bis 6.000 Metern dreidimensional zu erkunden. Das Prinzip der Seismik besteht darin, Schallwellen zu erzeugen und deren Echo von den verschiedenen Gesteinsschichten des Untergrundes aufzufangen.

„Erdöl und Erdgas sind Kohlenwasserstoffe, die sich durch biologische, chemische und physikalische Prozesse im Laufe der Erdgeschichte aus organischen Substanzen entwickelt haben. Nach ihrer Entstehung wandern Erdöl und Erdgas aus den sogenannten Muttergesteinen und sammeln sich bei günstigen Bedingungen in Gesteinsporen unterirdischer Lagerstätten an.“
Kurt Sonnleitner, Vorstandsdirektor der RAG

Aufgrund unterschiedlicher Materialdichte und Schallreflexion von Gesteinsschichten lassen sich so mögliche Erdgas- und Erdöllagerstätten lokalisieren. Die von Spezialfahrzeugen, sogenannten Vibratoren, ausgesandten Signale (Schallwellen) werden von den  verschiedenen geologischen Schichten des Gesteins im Untergrund reflektiert und dann von den an der  Erdoberfläche ausgelegten ca. 15 Zentimeter großen „Empfängern“ (Geophonen) registriert. Eine Messkampagne dauert im Normalfall vier bis acht Monate. Hochleistungsrechner in der RAG Zentrale in Wien  ermitteln aus den gewonnenen Daten ein Bild – ähnlich wie beim Ultraschall. Die Verarbeitung der Rohdaten, die mitunter Millionen von Einzelspuren ausmachen, dauert einige Monate. Diese Ergebnisse werden dann von den Geologen und Geophysikern der RAG strukturell und stratigrafisch-geologisch interpretiert, und so können die Experten Rückschlüsse auf mögliche  Öl- oder Gasvorkommen ziehen. Den endgültigen Nachweis über Erdöl und Erdgas im Untergrund bringt aber erst eine Bohrung.

Weitere Informationen zum Thema Seismik finden Sie hier.

Speicher

Was ist der Nutzen eines Erdgasspeichers?

Erdgasspeicher sichern Europas Energieversorgung. Die Speicherung von Erdgas hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und ist inzwischen eines der zentralen Elemente der österreichischen und europäischen Versorgungssicherheit. Mittlerweile sind 5,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas, das entspricht rund 70 Prozent des österreichischen Erdgasjahresbedarfs, in den von RAG betriebenen Speichern eingelagert. So steht das umweltfreundliche Erdgas punktgenau dann zur Verfügung, wenn es gebraucht wird.

Seit über 30 Jahren nutzt die RAG ausgeförderte  Erdgaslagerstätten als Erdgasspeicher und steigert so die Versorgungssicherheit mit Erdgas entscheidend. Die RAG ist heute der viertgrößte Speicherbetreiber Europas. Mittlerweile hat die RAG rund die Hälfte ihrer in der 80-jährigen Unternehmensgeschichte gefundenen Erdgaslagerstätten in Speicher umgewandelt und so einer dauerhaften energetischen Nutzung zugeführt. Das ist ein internationaler Spitzenwert. So wurde nicht nur die Wertschöpfungskette durch den sukzessiven Ausbau der Erdgasspeicher um ein wesentliches  Element erweitert, sondern ein nachhaltiger Bergbau entwickelt.

Mit der Fertigstellung der zweiten Ausbaustufe des Speichers 7Fields (Oberkling, Pfaffstätt) im April 2014 betreibt die RAG nun Speicherkapazitäten von 5,8 Milliarden Kubikmeter Gas. Mit diesen Erdgasspeichern bedient die RAG nationale und internationale Kunden und betreibt auch Gemeinschaftsprojekte mit internationalen Großunternehmen wie Gazprom oder E.ON. Die Kapazitäten der RAG-eigenen Gasspeicher werden durch die Tochtergesellschaft RAG Energy Storage vermarktet.

Wie funktioniert ein Erdgasspeicher?

Erdgas, das über ein Leitungsnetz transportiert wird, gelangt zuerst in eine Messstation, wo nach einer Filterung Erdgasmenge und -qualität gemessen werden. Die Ein- und Ausspeicherung erfolgt über mehrere Bohrungen (Sonden). Verdichteranlagen bringen – wenn erforderlich – das ankommende Erdgas auf den notwendigen Einpressdruck. Das durch die Verdichter erwärmte Erdgas wird anschließend abgekühlt und  danach zum Bohrlochkopf geleitet, von wo es über  die Sonden in die natürlichen Gesteinsschichten eingepresst wird. Dabei wird der Druck, der ursprünglich in der Lagerstätte geherrscht hat, niemals überschritten. Bei Bedarf wird das Erdgas wieder entnommen und entsprechend aufbereitet. Da Erdgas in der Lagerstätte Feuchtigkeit aufnimmt, wird es nach der Entnahme getrocknet und gereinigt. So gelangt  Erdgas schließlich in der erforderlichen Qualität in das Leitungsnetz und zum Verbraucher.

Download Grafik "Funktionsweise Erdgasspeicher" (PDF)

Weitere Informationen zum Thema Speichern finden Sie hier.

Wie sicher sind Erdgasspeicher?

Die Speicherung von Erdgas verlangt hochspezialisiertes Know-how und ist eine technische Herausforderung, der sich die RAG erfolgreich gestellt hat. Die  Anlagen der RAG nutzen die modernste Technik und werden permanent gewartet und kontrolliert. Rund  um die Uhr werden die Anlagen von hochqualifizierten Mitarbeitern nach technisch, ökologisch und wirtschaftlich optimalen Kriterien von der Dispatching-Zentrale überwacht. Aber nicht nur im technischen Bereich, auch bei der Sicherheit ist die RAG Vorreiter. So erfolgt das gesamte Sicherheitsmanagement des Speicherbetriebes bei der RAG nach geprüften Abläufen. Im September 2009 erhielt die RAG als erstes Unternehmen in Europa, welches für den gesamten Speicherbetrieb zertifiziert wurde, das TSM-Zertifikat (Technisches Sicherheitsmanagement) der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V.. Ein im Jahr 2014 durchgeführtes Überwachungsaudit konnte ohne Beanstandungen absolviert werden.

Ein systematisches Qualitäts- und Umweltmanagement sowie höchste Anforderungen an die Arbeitssicherheit gehören auch zum Selbstverständnis der RAG.

Wo befinden sich die von RAG betriebenen Erdgasspeicher?

Mit rund 5,8 Milliarden Kubikmetern Erdgas Arbeitsgasvolumen zählt RAG zu den größten Speicherbetreibern Europas. RAG betreibt eigene Speicher und Joint Venture Speicher. Zu den RAG Speichern zählen Erdgasspeicher Puchkirchen/Haag, Aigelsbrunn, Haidach 5 und Nussdorf/Zagling. Die Erdgasspeicher Haidach und 7Fields werden für  Joint Venture-Partnern betrieben.

Weitere Informationen zu den Speicheranlagen finden Sie hier.

Umweltschutz

Was unternimmt die RAG für den Umweltschutz?

Naturschutzmaßnahmen
Schon in der Planungsphase wird bei der Errichtung von bergbaulichen Anlagen der Schutz der Natur bei jedem einzelnen Projekt der RAG in der Umfeldanalyse berücksichtigt. Es erfolgt eine sorgsame Auswahl des Grundstückes, der Flächenbedarf wird so gering wie möglich gehalten, ebenso Emissionen sowie die Eingriffe in das Landschaftsbild. Nach Beendigung eines Projektes werden die Flächen vollständig rekultiviert. Im Falle der Errichtung von dauerhaften Anlagen,  wie z. B. Gasspeichern, verpflichtet sich die RAG zur Schaffung von Ausgleichsflächen. Die RAG setzt sich zum Ziel, die Zusammenarbeit mit den Verwaltungsbehörden, Naturschutzsachverständigen, Planern, Gemeinden und Grundstückseigentümern kontinuierlich auszubauen und deren unterschiedliche Anforderungen und Interessen frühzeitig zu berücksichtigen.

Effizienter Einsatz von Energien und Ressourcen
Die für unsere Anlagen benötigte Energie versuchen wir möglichst effizient einzusetzen und zu verteilen. Mit der Inbetriebnahme sogenannter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen können wir in Straßwalchen und Kremsmünster besonders effizient Strom oder Wärme aus unseren eigenen Produktions- und Speicheranlagen nutzen oder in das öffentliche Netz einspeisen.

Seit Jahren läuft ein Projekt zur Senkung von verkehrsbedingten Emissionen durch die Umstellung auf vorwiegend erdgasbetriebene Firmenfahrzeuge sowie durch die Schaffung der notwendigen Tankinfrastruktur. Dabei können im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen die Emissionen (CO2) erheblich reduziert bzw. vollkommen vermieden werden (Feinstaub). Den Mitarbeitern der RAG, aber auch der Bevölkerung und unseren Kunden soll der Umstieg auf diese umweltfreundliche und wirtschaftliche Technologie erleichtert werden.

Nachnutzung natürlicher Lagerstätten und Bohrungen
Das Kerngeschäft der RAG ist die Aufsuchung und Förderung von Rohöl und Erdgas sowie die Speicherung von Gas. Um den Fortbestand des Unternehmens dauerhaft zu sichern, entwickeln wir dieses Kerngeschäft durch Innovation und Forschung und Entwicklung laufend weiter.

In den letzten Jahren konnten wir durch die Nachnutzung von ausgeförderten, natürlichen Erdgaslagerstätten als Erdgasspeicher nicht nur die europäische Versorgungssicherheit entscheidend stärken, sondern haben damit einen „nachhaltigen Bergbau“ umgesetzt. Mittlerweile haben wir rund die Hälfte unserer in der 80-jährigen Unternehmensgeschichte gefundenen Erdgaslagerstätten in Speicher umgewandelt und so einer dauerhaften energetischen Nutzung zugeführt. Das ist ein internationaler Spitzenwert.

Die RAG arbeitet intensiv daran, die dezentrale, regionale Energieversorgung durch innovative, nachhaltige Energieprojekte zu stärken. Dazu gehört die geothermische Nutzung von Bohrungen, bei denen weder Erdöl noch Erdgas gefunden werden konnten oder keine wirtschaftliche Produktion mehr zu erwarten ist.
Ein erfolgreich umgesetztes Projekt ist etwa die „Tiefe Erdwärmesonde“ in Neukirchen a. d. Vöckla, wo  in Kombination mit der lokalen Biomasseanlage über 100 Haushalte mit der umweltfreundlichen Wärme aus 2.850 Meter Tiefe versorgt werden. Dieses Vorreiterprojekt in Oberösterreich leistet einen beispielgebenden Beitrag zur Integration der klassischen Energiegewinnung in die Welt der erneuerbaren Energie.

Forschung in Zukunftstechnologien
Die RAG ist an internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die daran arbeiten, erneuerbare Energien wie Wind und Sonne in Gas umzuwandeln, um diese dann mit der bestehenden Erdgasinfrastruktur transportieren und speichern zu können (weitere Informationen www.underground-sun-storage.at).

Bohrungen

Wie läuft ein Bohrprojekt ab?

Wie sieht ein Grundstück aus, wenn die RAG ihre Förderung beendet, oder bei ihren Bohrungen nichts gefunden hat?

Oberhalb der Förderfläche ist schon wenige Monate nach bergbehördlicher Beendigung der Fördertätigkeit nichts mehr zu sehen. Und auch unterirdisch sind keine Nachbearbeitungsmaßnahmen nötig. Eine nicht fündige Bohrung wird nach den gesetzlichen Bestimmungen der Bohrlochbergbau-Verordnung (BB-V) verfüllt. Dabei wird das Bohrloch in mehreren Stufen zementiert und oben dicht verschlossen. Danach wird der Bohrplatz rückgebaut. Humus und die beim Bau abgetragene Grasnarbe wieder aufgebracht und wieder rekultiviert. Nach kurzer Zeit kann der ehemalige Bohrplatz wieder zur Nutzung an den Grundeigentümer übergeben werden. Auch von einer nicht fündigen Bohrung merkt man nach einigen Wochen nichts mehr.

Wie tief und mit welchem Durchmesser wird gebohrt?

Eine Tiefbohrung sieht schematisch aus wie ein Teleskop: Die Durchmesser werden von der Oberfläche hin zum eigentlichen Ziel immer kleiner. Die üblichen Größen an der Oberfläche liegen zwischen 43,8 cm und 21,6 cm und im Ziel oder Lagerstättenbereich zwischen 21,6 cm und 15,9 cm. Die Tiefe einer Bohrung, die sogenannte Teufe, variiert bei der RAG je nach Aufsuchungsfeld zwischen 1.500 und 3.500 m.

Forschung und Entwicklung – Partner Erneuerbarer Energien

Wie steht RAG zu Erneuerbaren Energien?

Wind + Sonne = Gas – auf diese einfache Formel lässt sich die Zukunftstechnologie „Power to Gas“ bringen.

So kann es gelingen, die erneuerbare Sonnen- und Windenergie in großen Mengen wirtschaftlich rentabel zu transportieren, zu speichern und damit jederzeit verfügbar zu haben. Aber bereits jetzt sind das Multitalent Erdgas  und die erneuerbaren Energieträger ein perfektes Team. Mal stehen Windräder still oder die Sonne scheint nicht, mal produzieren sie Überkapazitäten. Um den Anteil erneuerbarer Energieträger langfristig ausbauen zu können, braucht es einen Partner  im Energiemix, der die Versorgungsschwankungen zuverlässig ausgleichen kann.

Zukunftstechnologie mit enormem Potenzial
Nicht nur die Versorgungsschwankungen bei Strom aus erneuerbaren Energien müssen ausgeglichen  werden: Was tun mit all der überschüssigen Energie, die künftig in der verbrauchsarmen Zeit in riesigen Wind- und Solarparks erzeugt wird? Diese überschüssige Energie braucht große Speicher, um sie bei erhöhter Nachfrage sofort wieder zur Verfügung stellen zu können. Die bislang eingesetzten Pumpspeicheranlagen sind mit ihren Kapazitäten bei weitem nicht ausreichend. Auch hier bietet das Multitalent Erdgas eine Lösung. Die Gasinfrastruktur, bestehend aus Pipelines und Erdgasspeichern, erfüllt bereits jetzt alle Voraussetzungen, um künftig als Pufferspeicher für Ökoenergie genutzt werden zu können.

Umweltfreundliche „Power to Gas“-Technologie
Energieunternehmen und die Forschung arbeiten in Österreich und Deutschland mit Hochdruck an neuen Ansätzen, um Strom effizient und in großen Mengen zu speichern. Besonders vielversprechend als Lösungsansatz ist die sogenannte „Power to Gas“-Technologie. Dabei wird erneuerbare Energie in Gas umgewandelt, um dieses dann mit der bestehenden Erdgasinfrastruktur zu transportieren und zu speichern. Die neue, besonders umweltfreundliche Technologie funktioniert denkbar einfach: Mithilfe der überschüssigen Sonnen- und Windenergie wird mittels Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespaltet. Nun folgt die sogenannte Methanisierung, indem der Wasserstoff mit Kohlendioxid (CO2) reagiert. Das CO2 wird aus der Luft  entnommen oder kann auch aus einer Biogas- oder  Industrieanlage stammen. Nach diesem Prozess liegt Methan als regenerativ erzeugtes synthetisches Gas vor. Methan ist mit rund 98 Prozent der Hauptbestandteil von Erdgas. Dieses kann in das reguläre Gasnetz eingespeist werden und steht wie klassisches Erdgas entweder direkt für das Heizen von Wohnungen, für die Industrie oder zum Antrieb bestehender Fahrzeugflotten auf erneuerbarer Basis zur Verfügung – oder es wird zur Stromerzeugung in Gaskraftwerken genutzt. Die einzige Emission, die während des Prozesses entsteht, ist Sauerstoff, der bei der Spaltung von Wasser frei wird. Bereits seit drei Jahren ist in Stuttgart eine Demonstrationsanlage in Betrieb, die nun von einer größeren abgelöst werden soll. Derzeit liegt der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Sonnen- und Windenergie in Erdgas bei 60 Prozent – sehr viel, wenn man bedenkt, dass der überschüssige Strom gegenwärtig aus Mangel an Speichermöglichkeit oft gar nicht genutzt werden kann und Windräder aus dem Wind  gedreht oder ganze Windparks vom Netz genommen werden müssen.

Vorhandene Gasnetze und Erdgasspeicher nutzen
Durch das Methanisierungsverfahren wird Strom in Erdgas umgewandelt und damit erstmalig in großem Umfang speicherbar. Gleichzeitig löst diese Methode auch die größte Schwierigkeit der Stromspeicherung, nämlich das Platzproblem. Es kann einfach auf die  bestehende Erdgasinfrastruktur, sprich das Leitungsnetz und die riesigen Erdgasspeicher, zurückgegriffen werden. Statt neue, teure und technisch aufwändige Speichermöglichkeiten zu entwickeln und zu bauen, wird der Strom – der in synthetisches Erdgas umgewandelt wurde – in den ausgeförderten Erdgaslagerstätten zwischengespeichert.

Underground Sun Storage – den Sonnenschein einfangen

Die Sonnenenergie gewinnen, speichern und bereitstellen: Diese zukunftsweisende Form der Energieproduktion und -speicherung testet die RAG derzeit in einem einzigartigen Forschungsprojekt. An einer kleinen, ausgeförderten Lagerstätte in Pilsbach/Oberösterreich wird gegenwärtig die Speicherung von in Wasserstoff umgewandelter  Sonnenenergie erprobt.

Denn nur erneuerbare Energie, die dank Speicherung nicht verloren geht, kann im gleichen Ausmaß herkömmliche Energie ersetzen – die Gasspeicher in Österreich bieten die notwendige Infrastruktur dafür. Die angestrebten Ergebnisse sind daher von herausragender Bedeutung für Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Behörden zur strategischen Weiterentwicklung der künftigen Energiesysteme.

Das Projekt wurde von einer internationalen Jury ausgewählt und vom österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.

Weitere Informationen unter: www.underground-sun-storage.at

Sicherheit

Wie sichert die RAG ihre Anlagen?

Priorität der RAG ist die Ausschaltung von Risiken, Gefahren und Schäden für alle bei der RAG tätigen Personen, für die von unseren Tätigkeiten betroffenen Gemeinden und für die Umwelt.

Bei der Verhütung von Unfällen gilt für die RAG nicht nur die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften. Wir verfolgen bei allen unseren Tätigkeiten das Ziel von „null Unfällen“. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein eigener Managementbereich geschaffen, welcher auf Basis des internen Managementsystems für „Gesundheit, Sicherheit und Umwelt“ (GSU) die systematische Verfolgung der definierten Ziele sicherstellt und zu einer kontinuierlichen Umsetzung und Verbesserung beiträgt.

Neben den gezielten Arbeitsschutzmaßnahmen für die eigenen Mitarbeiter integrieren wir in einem hohen Maß die Fremdunternehmen in unsere Sicherheitsaktivitäten. Durch klare Prozesse, effiziente Kommunikation, definierte Richtlinien und Anweisungen können wir auch diesen Mitarbeitern den bestmöglichen Schutz von Gesundheit und Sicherheit bieten.

Auf höchste Umweltverträglichkeit wird bei allen  Arbeitsprozessen der RAG geachtet. Die Optimierung des Energieeinsatzes, die Reduzierung von Emissionen, Technologien zur Abfallvermeidung und neue Methoden zur permanenten Überwachung und Prüfung von Anlagen und Leitungen werden dabei besonders berücksichtigt.

Mit der Einführung eines „Energiecontrollings“ im Speicherbetrieb im Jahr 2011 wurde begonnen, sämtliche energierelevanten Daten systematisch zu erfassen, auszuwerten und zu interpretieren. Basierend auf diesen Informationen, können entsprechende Maßnahmen zur Optimierung des Energieeinsatzes abgeleitet  werden. In Ergänzung dazu wurde im Jahr 2013 das Energiemanagementsystem nach ÖNORM EN ISO 50001:2011 implementiert, um die bislang betrieblich durchgeführte Vorgehensweise im Rahmen eines  externen Audits zu prüfen und zertifizieren zu lassen. Damit wird auch den gesetzlichen Anforderungen  betreffend Einführung des Bundes-Energieeffizienzgesetzes, welches u. a. die Energieeffizienzrichtlinie  (RL 2012/27/EU) umsetzen soll, Rechnung getragen. Der Speicherbetrieb verfügt ferner über die Zertifizierung nach TSM (Technisches Sicherheitsmanagement).

Das Tochterunternehmen RAG Energy Drilling ist nach dem internationalen SCC**-Standard für Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umwelt uneingeschränkt zertifiziert und erhielt im Frühjahr 2014 die ISO-14001:2004-Zertifizierung für Umweltmanagement.

Kontakt

Andrea Schlager, MA
T +43 (0)50 724
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