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Lagerstättenbewertung

Gesteinsparameter in einem Bohrloch (Logmessung)

Nach Abschluss der Explorationsbohrung wird diese einer Bewertung unterzogen, die es ermöglichen soll, sie als „fündig“ oder „trocken“ zu klassifizieren und in Abhängigkeit davon weitere Schritte zu unternehmen. Als Bewertungsgrundlagen dafür dienen in erster Linie folgende Untersuchungsmethoden:

Bohrlochmessungen

Durch Messen diverser Gesteinsparameter wie elektrischer Widerstand, Eigenpotential, natürliche Radioaktivität, Dichte, Schall-Laufzeit, Einfallen der Schichten, Temperatur und Druck werden Daten gewonnen die wiederum Aussagen über die vorliegenden Lagerstätten (Teufe, Lithologie, Lagerung, Mächtigkeit, Porosität) und das den Porenraum füllende Medium (Gas, Öl, Wasser) mit seinen Sättigungswerten erlauben.


Bohrkernuntersuchungen Sandstein-Reservoir

Kernuntersuchungen

Bohrkerne sind die wichtigsten geologischen Informationsquellen einer Bohrung, da sie eine unmittelbare lithologische Beobachtung ermöglichen. Makroskopisch bestimmbare Gesteinsmerkmale, wie Sedimentstrukturen, Korngrößen und Schichtungstypen geben bereits wertvolle Informationen zur Entstehung und den Eigenschaften der Gesteine. Durch Dünnschliffuntersuchungen können die verschiedenen Gesteinsbestandteile exakt bestimmt und mengenmäßig erfasst werden. Zusätzlich kann die Mineralzusammensetzung kleinster Gesteinsbestandteile die unter dem Mikroskop nicht mehr aufgelöst werden können unter Zuhilfenahme der Röntgenbeugung (Röntgendiffraktometrie) bestimmt werden. Durch  diese Untersuchungen sind auch Aussagen über Form, Art und Entstehung der Poren möglich. Weiters können an den Bohrkernen, in Ergänzung zu den Bohrlochmessungen die petrophysikalischen Eigenschaften (Porosität, Permeabilität, Öl- und Wassersättigung) bestimmt werden.

Sandstein-Reservoir

Öl und Gas werden in den feinen Porenräumen (blau eingefärbte Bereiche) der Sandsteine gespeichert.


Mikrofossilien im Rasterelektronenmikroskop

Biostratigrafie

Ist in Explorationsgebieten die lokale oder regionale Geologie nicht ausreichend gut bekannt kann die Biostratigrafie wertvolle Hinweise auf das Alter und den Ablagerungsraum der Sedimente liefern. Da sich in den aus Kernproben und dem Bohrklein (Cuttings) gewonnenen Fossilien oft  einzelne Arten oder Vergesellschaftungen, die typisch für einen geologischen Zeitabschnitt sind, finden, kann so das Gesteinsalter bestimmt werden.


Open Hole Test im unverrohrten Bohrloch

Teste

Zeigt die Petrophysikalische Interpretation der Bohrlochmessungen Kohlenwasserstoff-führende „testwürdige“ Bereiche so gilt es, diese zu verifizieren. Je nach Möglichkeit soll entweder noch im unverrohrten Bohrloch durch einen OHT (Open Hole Test) bzw. nach Verrohrung mittels CHT (Cased Hole Test) ein erster Überblick über die Größe und Kapazität der Lagerstätte gewonnen werden.