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Regionale Geologie

Die RAG hat 1935 mit Erhalt der ersten Aufsuchungsrechte im Wiener Becken die Erdöl-Exploration begonnen. Seit 1937 wird aus Sanden und Sandsteinen des Mio- und Pliozäns Öl gewonnen. Heute verfügt die RAG im Wiener Becken noch über die Gewinnungsrechte in drei alten Ölfeldern.

Seit den späten 40er-Jahren ist die RAG in Oberösterreich und Salzburg und seit einiger Zeit in Bayern mit der geologischen Erkundung des Untergrunds und der Suche nach Kohlenwasserstoffen in der Molassezone befasst. Diese Zone entspricht weitgehend dem Alpenvorland. Sie erstreckt sich von der Schweiz bis nach Tschechien als eine dem Alpen- und Karpatenbogen vorgelagerte Senke, die im Zuge der Hebung der Alpen mit deren Abtragungsmaterial (Sand, Schotter, Ton) gefüllt worden ist.

Öl- und Gasfelder in Oberösterreich, Salzburg und Bayern

Wie das geologische Profil zeigt, stellt sich das Molassebecken heute als ein nach Süden einfallendes und unter die Alpen abtauchendes, asymmetrisches Becken dar, das über einem mesozoischen Untergrund mit bis zu mehreren tausend Meter mächtigen Sedimenten des Tertiär gefüllt ist. Die Beckenfüllung besteht zum größten Teil aus Abtragungsprodukten der Alpen. Lediglich im Norden ist auch Sedimentzufuhr vom europäischen Festland erfolgt. Das Becken umfasst die tektonisch wenig gestörte Vorlandmolasse vom Kristallin der Böhmischen Masse im Norden bis in die Nähe des nördlichen Alpenrandes, die Schuppenmolasse mit der ihr eng verbundenen Südrand-Fazies als schmaler Streifen entlang der alpinen Flyschfront und die unter den Alpen liegende Überschobene Molasse.


Geologisches Profil durch die Molasse

Der heutige Wissensstand über die Geologie der Molassezone und ihr Kohlenwasserstoff-Potential beruht in Österreich auf Daten von rund 850 Tiefbohrungen, 22.000 km 2D- Seismiklinien und 3100 km² 3D-Flächenseismik, in Bayern auf rund 900 Bohrungen und 700 km² 3D-Seismik. Hinzu kommen tausende Flachbohrungen sowie Oberflächenkartierungen. Diese dienen zur Erfassung und Beschreibung stratigrafisch seichter Horizonte. In diesen verbergen sich zwar keine Kohlenwasserstoffe, dafür aber namhafte Grundwasserreserven.


Stratigrafische Tabelle

Es gilt als weitgehend gesichert, dass in Oberösterreich das Erdöl und Begleitgas durch die thermische Umwandlung der organischen Stoffe des unter-oligozänen Fischschiefers entstanden ist. Allerdings nicht in unmittelbarer Nähe zu den heutigen Vorkommen, sondern in dem von den Alpen überschobenen Teil der Molasse, wo der Fischschiefer erhöhten Temperaturen ausgesetzt und somit in das "Ölfenster" gelangt war.

Anders verhält es sich beim Erdgas der Puchkirchener und Haller Serien: die Ablagerung großer Sedimentmassen in große Wassertiefen bei gleichzeitigem raschen Absinken des Beckens und ein intensiver Wechsel von sandigem und tonigem Material begünstigen die biogene Gasbildung. Durch bakterielle Aktivitäten wird das im Sediment verteilte organische Material zunächst in Kohlendioxyd und letztlich in Methan umgewandelt.

Die Öllagerstätten sind hauptsächlich in Sandsteinen des Obereozäns, seltener in jenen der Kreide und des Jura anzutreffen. Erdgas hingegen ist auf Sandsteine und Konglomerate im Oligozän (Puchkirchener Serien) und tieferen Miozän (Haller Serie) konzentriert.


Geologische Aufgabenbereiche

Die Hauptaufgaben der Geowissenschafter in der Erdölgeologie ist die Aufsuchung, Entwicklung und optimale Produktion von Öl und Gas in enger Zusammenarbeit mit Experten unterschiedlichster Disziplinen. In ihren Aufgaben  lassen sich dabei vier wesentliche Gebiete unterscheiden: