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Sondenplatz mit Pumpenbock

Wertvolles Erdöl für die Industrie

Erdöl ist ein unersetzbarer, wertvoller Rohstoff für die Zukunft. Die RAG fördert seit über 80 Jahren heimisches Rohöl. Durch den Einsatz von 3D-Seismik und neuen Technologien gelingt es, bestehende Felder weiterzuentwickeln und neue Felder zu finden und zu erschließen. So kann die Produktion für weitere Jahrzehnte gesichert werden.

Der Schwerpunkt der Exploration und Produktion der RAG liegt in Österreich.

Die Erdöllagerstätten in den Aufsuchungsgebieten der RAG Gruppe sind im internationalen Vergleich klein und erfordern den Einsatz aufwändiger technischer Verfahren, um das vorhandene Erdöl überhaupt nutzen zu können. Die Speichergesteine, in denen Erdöl vorwiegend auftritt, gehören der Jura- und Kreidezeit des Erdmittelalters an. Sie sind 100 bis 200 Millionen Jahre alt und liegen meist in Tiefen von 1.000 bis 2.500 Metern.


Schema Fördertechniken Schema Obertage-Untertage

Fördertechniken von Erdöl: verschiedene Verfahren je nach Förderphase 

Nach Beendigung der Bohrphase wird das Bohrloch (Sonde) durch den Einbau eines Filterrohres (Casing) und eines Steigrohres (Tubing) im Bereich der Lagerstätte ausgerüstet. In der ersten Phase fließt das Erdöl im Idealfall aufgrund des natürlichen Lagerstättendrucks selbsttätig zu den Produktionssonden und gelangt so von selbst an die Erdoberfläche. Sinkt der Druck, ist der Einsatz zusätzlicher Techniken wie etwa des Gasliftverfahrens erforderlich, bei dem verdichtetes Gas in den Förderstrang eingepresst wird, woraufhin das aufwärtssteigende Gas das Gewicht der  Flüssigkeitssäule vermindert und die Sonde weiterhin selbstständig fördern kann. Nach dieser sogenannten Eruptivphase werden, abhängig von den Eigenschaften des Erdöls, seinem Gehalt an Erdölgas und den jeweiligen Druckverhältnissen, unterschiedliche Pumptechniken eingesetzt. Bei geringem Gasgehalt des Erdöls und sinkenden Druckverhältnissen übernehmen in die  Sonde eingebaute Tiefpumpen den Transport. An der Erdoberfläche ist nur der Antrieb, der typische Pferdekopf, zu sehen. Bei hohen Förderraten werden elektrische Tauchkreiselpumpen in die Sonde eingebaut.

Aufbereitung – Trennung von Gas, Öl und Wasser  

Das gewonnene Erdöl ist für die Weiterverarbeitung in Raffinerien noch nicht geeignet. Verschiedene Prozesse sind erforderlich, um es auf den Transport vorzubereiten. Unter günstigen Umständen, bei starken eigenen Triebmechanismen und guter Lagerstättenausbildung, kann eine primäre Entölung von über 50 Prozent erreicht werden. Bei mangelndem Lagerstättendruck oder hoher Zähflüssigkeit des Erdöls liegen die primären Entölungsgrade dagegen nur bei fünf bis 15 Prozent des ursprünglichen Lagerstätteninhaltes. Nach der Förderung wird das Rohöl in speziellen Aufbereitungsanlagen (Separatoren, Abscheidern, Produktionstanks) von Lagerstättenwasser und Sand befreit. Das Erdölgas geht nach der Trocknung direkt in den Verkauf, das Rohöl hingegen wird in Tanks gesammelt und per Bahn oder Pipeline zur Raffinerie transportiert. Das abgeschiedene Wasser wird wieder dahin zurückgepumpt, wo es herkommt: in die Lagerstätten. 

„Öl ist ein unersetzbarer Rohstoff auch in Zukunft. Wir fördern seit über 80 Jahren Rohöl. Mit neuen Technologien konnte die Förderung dieses für die Kosmetik-, Arzneimittel-, Kunststoffindustrie so wertvollen Rohstoffes weiter gesichert werden. Das z. B. jährlich in Österreich geförderte Erdöl entspricht in etwa jener Menge, die die oberösterreichische Industrie als Rohstoff pro Jahr benötigt.“ 
Kurt Sonnleitner, Vorstandsdirektor der RAG

Derzeit bleiben speziell bei der Ölförderung über 60 Prozent der Vorkommen in den Lagerstätten. Für die Zukunft forscht RAG an Methoden, den Nutzungsgrad der Lagerstätten weiter zu steigern und somit heimisches Rohöl auch noch für viele Jahrzehnte als wichtigen Rohstoff verfügbar zu machen. Da es für die kostbare Ressource Öl kein Zeitalter „beyond petroleum“ geben wird, ist ein effizienter Umgang damit dringend notwendig.

Ölförderung in Österreich

Die RAG produziert aus heimischen Erdölfeldern in Ober- und Niederösterreich rund 120.000 Tonnen Rohöl jährlich. Mittels einer Pipeline gelangt die niederösterreichische Ölproduktion direkt in die Raffinerie Schwechat. Die Produktion aus Oberösterreich wird über Pipelines gesammelt und zentral in Kremsmünster/Krift und Ried im Innkreis auf Eisenbahnkesselwaggons verladen und per Schiene in Raffinerien transportiert. Das Rohöl der RAG wird in Österreich vermarktet und trägt somit zur inländischen Versorgungssicherheit bei. Die geförderten Rohöle zeichnen sich durch gute Verarbeitbarkeit und niedrige Verunreinigungen aus. Je nach Erdölfeld handelt es sich dabei um paraffinbasische oder asphaltbasische Rohöle mit vergleichbaren Qualitätseigenschaften wie die internationale Marke Brent.


Zistersdorf – schonende Ölförderung seit 80 Jahren 

Das Feld Gaiselberg im niederösterreichischen Zistersdorf begründete 1938 die Ölförderung der RAG. Seit  damals wird aus jener ersten Bohrung Öl produziert, und sie zählt mittlerweile zu den ältesten aktiven Ölsonden weltweit. Dies ist nicht nur ihrer außerordentlichen geologischen Beschaffenheit, sondern auch der umweltfreundlichen, nachhaltigen Ölförderung in einem der ältesten Weinbaugebiete Österreichs zu verdanken. Besonders die hohe Effizienz der ressourcenschonenden Fördermethoden kann als Vorbild für die klassischen Ölstaaten dienen. Mehr als 6.660.000 Tonnen  Erdöl wurden seit Ende der 1930er-Jahre aus den Tiefen rund um Zistersdorf gefördert, 180 Bohrungen durchgeführt und hunderte Millionen Euro in die Region  investiert sowie zahlreiche Arbeitsplätze direkt und indirekt geschaffen.

Kontakt

DI Johannes Süß
T +43 (0)50 724

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