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Erdgasförderung

Wertvolle Energie vor unserer Haustüre: Die Versorgung mit umweltfreundlichem, aus der Region gefördertem Erdgas ist volkswirtschaftlich wichtig und bietet zahlreiche Vorteile. Seit über 50 Jahren fördert die RAG Erdgas aus heimischen Lagerstätten.

Für den heimischen Energieverbrauch leisten die österreichischen Erdgasvorkommen einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, die regionale Erdgasförderung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und stärkt die Volkswirtschaft des Landes. Etwa 15 % des in Österreich benötigten Erdgases kommen aus heimischem Boden. Die restlichen 85 % entfallen auf Importe aus GUS-Ländern und anderen Staaten. Die RAG trägt rund 45 % zur österreichischen Inlandsförderung bei.

Erdgas ist insbesondere im Bereich der Industrie und v. a. in der Wärme- und Stromversorgung von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Heimische Energie

Seit über 50 Jahren fördert die RAG Erdgas aus Lagerstätten in Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich und betreibt heute ca. 200 Gassonden.

Die Versorgung mit umweltfreundlichem, aus der Region gefördertem Erdgas ist nicht nur volkswirtschaftlich wichtig, sondern bietet auch viele weitere Vorteile: Hier wissen wir genau, wo es herkommt; es wird unter den strengsten Umwelt- und Sicherheitsauflagen gefördert, umweltfreundlich unterirdisch transportiert, kann direkt und dezentral genutzt werden und reduziert die Importabhängigkeit. Den Bedarf für Haushalte, Industrie und zur Stromerzeugung deckt Österreich derzeit zu einem Sechstel mit heimischem Erdgas. Der bislang größte Gasfund der RAG Geschichte war die 17,5 Quadratkilometer große Erdgaslagerstätte Haidach bei Straßwalchen 1997, die heute mit 2,78 Milliarden Kubikmetern als größter österreichischer Erdgasspeicher genutzt wird.

Modernste Fördertechniken

Wird ein neues Erdgasfeld durch 3D-Seismik gefunden und erschlossen, wird zunächst in die verrohrte und zementierte Fördersonde ein Förderrohr eingezogen, das bis zum tiefsten Punkt der neu erschlossenen Lagerstätte reicht. Damit das Erdgas in die Sonde strömen kann, öffnet man die Verrohrung und Zementation mittels Perforation zur Lagerstätte hin. An der Erdoberfläche wird ein sogenanntes E-Kreuz installiert, welches die Sonde verschließt. Ein untertägiges Sicherheitsventil im Förderrohr stellt den kontrollierten Austritt von Erdgas sicher. Das Erdgas erreicht mit dem natürlichen Lagerstättendruck von bis zu mehreren 100 Bar die Erdoberfläche, wo es vom Sondenkopf über eine Hochdruckleitung in die Gasaufbereitungsanlage gelangt. Je nach Lagerstättentyp und Druckabsenkung können bis zu 99 % des vorhandenen Erdgases produziert werden, wobei bei sinkendem Lagerstättendruck die Förderraten zurückgehen. Aus diesem Grund werden im späteren Förderverlauf zusätzliche Bohrungen, sogenannte Produktionsbohrungen, verwendet, um die Gesamtförderrate auf einem bestimmten Niveau halten zu können.
Um die Produktion zu optimieren verfügt die RAG über eine Well Service Abteilung die für diverse Untertagearbeiten zuständig ist. Eine Aufgabe besteht darin, Druckmessgeräte abzusetzen um die Lagerstätten besser bewerten und optimal
abfördern zu können.

Sauberes Erdgas für die Verbraucher

Bevor das Erdgas bereitgestellt und in das Versorgungsnetz eingespeist werden kann, wird es entsprechend aufbereitet. Zunächst werden in Trocknungsanlagen das mitgeförderte Lagerstättenwasser, flüssige Kohlenwasserstoffe und Feststoffe abgeschieden. Der verbliebene Wasserdampf wird dem Gas unter Verwendung von Glykol oder Adsorptionsmitteln entzogen.
Anschließend kann das Erdgas in verbrauchsfähiger Qualität in das Leitungsnetz eingespeist werden.

„Erdgas ist der mit Abstand umweltfreundlichste klassische Energieträger, es ist in sehr großen Mengen sicher speicherbar und ideal in bereits vorhandener Pipeline-Infrastruktur unterirdisch transportierbar. Erdgas ist ein wesentlicher Faktor, um Versorgungssicherheit zu jeder Zeit zu gewährleisten.“

Geschichte: Heimisches Erdgas

Bereits in den 1960er-Jahren erkannte die RAG das Potenzial des Energieträgers Gas. Bis dahin spielte Erdgas in der österreichischen Wirtschaft kaum eine Rolle. Die ersten Erdgasfunde waren meist ein „Nebenprodukt“ der Ölexploration. Erst mit verbesserten, modernen seismischen Methoden wie der 3D-Seismik konnte gezielt nach Erdgas gesucht werden.
In Oberösterreich war die Nachfrage nach Erdgas besonders groß. Als die RAG 1963 in Voitsdorf auf Gas gestoßen war, konnte erstmals ein größerer Industriebetrieb mit Energie versorgt werden. Dies war der Auftakt zu einer rapiden Entwicklung des Energieträgers Erdgas in Oberösterreich. Innerhalb weniger Jahre entdeckte und erschloss die RAG mehrere kleinere Erdgaslagerstätten. Die Industrieunternehmen rund um Wels und Linz waren potenzielle Großverbraucher und konnten direkt mit regional produziertem Erdgas versorgt werden. Erdgas erlebte als Energieträger in den letzten 40 Jahren einen rasanten Aufschwung. Von rund 0,76 Milliarden Kubikmetern gefördertem Erdgas im Jahr 1955 stieg die heimische Erdgasproduktion kontinuierlich an. Den Höhepunkt erreichte sie 1978 mit 2,5 Milliarden Kubikmetern. Seither liegt die Inlandsproduktion leicht schwankend zwischen einer Milliarde und 1,8 Milliarden m³ jährlich.
1970 konnte Österreich noch 66 % des Erdgasbedarfs mit heimischer Produktion abdecken.
Durch den stark steigenden Einsatz des umweltfreundlichen Energieträgers hat sich dieser Anteil heute auf ein Sechstel des jährlichen Erdgasverbrauchs in Österreich eingependelt – nach wie vor ein wesentlicher Beitrag zur österreichischen Versorgungssicherheit.


Kontakt

DI Gerhard Wallnöfer
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