Mit der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas leistet die RAG seit mehr als 70 Jahren einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung Österreichs.
Das Unternehmen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RAG sorgen seit der Gründung 1935 mit ihrer Erfahrung, ihrem ausgezeichneten Wissen und großem Engagement für die nachhaltige Bereitstellung der natürlichen inländischen Energieressourcen Erdöl und Erdgas. Ausgehend von unserem Heimatmarkt Österreich setzen wir unser Know-how mittlerweile auch in anderen europäischen Ländern ein. Die Speicherung von Erdgas ist ein weiteres bedeutendes Geschäftsfeld. Dank unserer mehr als 30-jährigen Erfahrung sowie dem massiven Ausbau der Aktivitäten in den letzten und den kommenden Jahren zählt die RAG nun zu den führenden Speicheranbietern Europas. Mit unseren Erdgasspeichern bedienen wir nationale und internationale Kunden. Wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und ganz Mitteleuropas. Die Bevorratung von Erdöl als Pflichtnotstandsreserve für österreichische Kunden, der Erdgashandel und Transport sowie Projekte im Bereich erneuerbarer Energie, wie z. B. Geothermie und Biogas, runden das Portfolio ab.
Unsere jahrzehntelange Erfahrung, die technologische Expertise, das hoch spezialisierte Wissen und das große Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die international höchsten sicherheits- und umwelttechnischen Standards haben die RAG zu einem der erfolgreichsten Unternehmen Österreichs gemacht.
Wir nutzen Energie aus der Tiefe.
Suchen, Finden, Fördern und Speichern sind unsere „Kernbegriffe“. Sie verdeutlichen, was wir täglich für die Versorgungssicherheit Österreichs und Europas leisten. Mit modernster Technik spüren wir Erdöl und Erdgas auf, fördern es aus Tiefen von bis zu 4.000 Metern, wandeln ehemalige
natürliche Erdgaslagerstätten in Erdgasspeicher um und transportieren die wertvolle Energie zu unseren Kunden.
Wir arbeiten unter herausfordernden Bedingungen rund um die Uhr, bei Wind und Wetter, umweltfreundlich und sicher.
Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
Unser Ziel: keine Unfälle
Rund 400 direkt bei der RAG Beschäftigte und ca. 1.000 bei unseren Auftragnehmern und Zulieferern engagierte Personen leisten tagtäglich ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens und entwickeln es weiter. Erhalt und Förderung von Gesundheit und Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Leitlinien unserer täglichen Arbeit. Arbeitssicherheit auf höchstem Niveau sowie energieeffiziente und umweltschonende Verfahren und Technologien sind unsere wesentlichen Grundsätze eines verantwortungsvollen Handelns bei der Nutzung heimischer Ressourcen. Diese Grundsätze werden konsequent umgesetzt. Durch die jahrzehntelangen Anstrengungen ist die RAG auch im internationalen Branchenvergleich an führender Stelle zu finden.
Gesundheit fördern
Wer körperlich fit ist, ist leistungsfähiger, kann konzentrierter arbeiten und auch der eigenen Arbeitssicherheit größere Aufmerksamkeit schenken. Aus diesem Grund setzen wir Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Sicherheit stärken
Null Unfälle sind bei allen unseren Tätigkeiten das Ziel. Wenn es um die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht, machen wir keine Kompromisse. Risiken für Mensch und Natur systematisch zu vermeiden ist die Aufgabe unseres GSU Managementsystems.
Umwelt schützen
Der Schutz der Umwelt ist uns ein besonderes Anliegen. Unsere Aktivitäten im Bereich des Umweltschutzes, wie die Optimierung des Energieeinsatzes, die Reduzierung von Emissionen, die Entwicklung und Anwendung von Technologien zur Abfallvermeidung (z. B. das abfallfreie Bohrkonzept) sowie neue Methoden zur permanenten Überwachung und Prüfung von Anlagen und Leitungen, gehen deshalb weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.
Das GSU Managementsystem als internes Regelwerk stellt sicher, dass die GSU Ziele kontinuierlich verfolgt, angepasst und auch umgesetzt werden.
Seismik
Eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Methoden bei der Suche nach Erdöl und Erdgas ist die 3D-Seismik.
Aufgrund unterschiedlicher Materialdichte und Schallreflexion von Gesteinsschichten lassen sich mögliche Lagerstätten lokalisieren. In Österreich und Bayern wurden seit 1984 auf 3.500 km² 3D-Messungen durchgeführt.
Die Fülle der ermittelten Daten wird nach dem letzten Stand der Technik verarbeitet. In Hochleistungsrechnern entstehen so dreidimensionale Bilder des obersten Teils der Erdkruste. Auch mit zusätzlichen Prozessen wie Geostatistik, Signaldetail-Analyse oder Dateninversionstechniken versuchen wir verborgene Kohlenwasserstoffe aufzuspüren. Die strukturelle und stratigraphisch-geologische Interpretation der Daten erfolgt mit RAG-Spezialwissen. Die Zusammenarbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Disziplinen (Geophysiker, Geologen, Lagerstätteningenieure, Bohringenieure) stellt sicher, dass möglichst erfolgsträchtige Bohrprojekte erarbeitet werden. Den endgültigen Nachweis über Erdöl und Erdgas im Untergrund bringt aber erst eine Bohrung.
Exploration
Von der Idee zur Bohrung
"Hightech" ist aus der heutigen Bohrtechnik nicht mehr wegzudenken. Synthetische Diamanten und modernstes Know-how aus der Metallurgie verleihen den Bohrwerkzeugen Festigkeit und Schärfe für höchste Anforderungen. Selbst harte Gesteine stellen kein bohrtechnisches Hindernis mehr dar. In weicheren Gesteinsschichten können mit der neuesten Bohrtechnik mehr als 600 Meter pro Tag gebohrt werden. Dank modernster Technologie lässt sich der Bohrmeißel in jede beliebige Neigung und Richtung steuern. Mit dieser Technik haben wir in den letzten Jahren bis zu 1.500 Meter lange Horizontalbohrungen – wie etwa im Speicher Puchkirchen – erfolgreich bewältigt.
Durch zwei neue, hochmoderne Bohranlagen mit jeweils 200 Tonnen Hakenlast wird die Suche nach Erdöl und Erdgas weiter intensiviert und die Förderung gesteigert. Höchste Umweltstandards erreichen wir durch Anwendung eines abfallfreien Bohrkonzeptes, den Einsatz von Erdgas für die Energieerzeugung an Stelle von Diesel und vielen weiteren Innovationen. Das international anerkannte Sicherheitszertifikat (SCC) bestätigt uns, dass wir dem Top-EU-Standard entsprechen.
Bestens ausgebildete und geprüfte Fachleute sorgen für höchste Qualität und entsprechende Wettbewerbsvorteile im Bereich unserer Kernkompetenz "Bohren".
Produktion
Öl und Gas aus heimischen Boden
Erdölförderung
In die fertige Bohrung wird vor Beginn der Förderung ein Stahlrohrstrang einzementiert. So kann der Lagerstätteninhalt aus den Porenräumen des Gesteins über den Förderstrang in der Bohrung an die Oberfläche fließen. Lässt der natürliche Lagerstättendruck nach, fördern Gestängetiefpumpen und Pumpenböcke das Rohöl zu Tage. Spezielle Ausrüstungen für tiefe und stark geneigte Bohrlöcher, wie Tauchkreiselpumpen, Multiphasenpumpen und elektronische Messgeräte zur Erfassung und Optimierung der Pumpenbelastung, ergänzen die herkömmlichen Methoden. Das anfallende Lagerstättenwasser (bis 95% der gesamten Förderung) wird nach der Abtrennung vom eigentlichen Rohöl in die Lagerstätten zurückgepresst.
Erdöllagerstätten in unseren Aufsuchungsgebieten sind im internationalen Vergleich klein und daher deutlich aufwendiger zu produzieren. Das Know-how unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, modernste Technologien, Umweltsensibilität und strenge Kostenoptimierung haben dazu geführt, dass Erdöl aus heimischer Produktion auch im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist.
Erdgasförderung
Da in Erdgaslagerstätten immer auch Feuchtigkeit enthalten ist, muss das über den Förderrohrstrang in die Produktionsanlage strömende Erdgas getrocknet werden. Unter Verwendung des Industriealkohols Glykol wird dem Erdgas das verbleibende Kondenswasser entzogen. Modernste Apparate und entsprechende Mess- und Automatisierungstechnik bereiten das Erdgas für die weitere Verwendung auf. Spezielle Tieftemperatur-Anlagen entfernen zusätzlich die höheren flüssigen Kohlenwasserstoffe. Alle anfallenden Flüssigkeiten werden gesammelt, weiter verwendet oder in die Lagerstätten zurückgepresst.
Reicht der natürliche Druck nicht mehr aus, setzen unsere Experten Spezialkompressoren ein, um das Erdgas aus der Tiefe zu fördern.
Diese modularen Produktionsanlagen der RAG sind wieder verwendbar und werden so nach Beendigung der Fördertätigkeit bei anderen, neuen Produktionsstätten eingesetzt.
Dem natürlichen Rückgang der Produktion begegnen wir mit umfassender Expertise, hohen Investitionen und neuen innovativen Technologien. Umfangreiche Seismik- und Bohraktivitäten bilden die Basis für die Auffindung und Produktion weiterer Erdgasreserven. Die Förderung der heimischen Ressourcen stellt, wie schon öfter bewiesen, einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit des Landes dar.
Speichern
Österreich hat hochwertige geologische Strukturen, die sich gut als Erdgasspeicher eignen. Seit 1982 nutzen wir ehemalige Erdgaslagerstätten als Erdgasspeicher. Damit steigern wir die Versorgungssicherheit mit Erdgas entscheidend.
Speicherentwicklung
Die Speicherung von Erdgas hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diese Art der Energiespeicherung ist eines der zentralen Elemente der österreichischen und europäischen Versorgungssicherheit. Die RAG stellt sich mit der Errichtung und dem Betrieb von Speicheranlagen in den Dienst bedeutender heimischer und europäischer Erdgasversorger, die den zuverlässigen Betrieb dieser Anlagen zur Sicherung ihrer Erdgasversorgung nutzen. In Österreich, aber auch im Ausland arbeiten wir an der Entwicklung zahlreicher neuer Speicherprojekte, um dem steigenden Bedarf an Energiespeichern zur Sicherung der europäischen Erdgasversorgung gerecht zu werden.
Seit 1982 betreibt die RAG den Erdgasspeicher Puchkirchen und konnte dabei Know-how aufbauen. Mit der Inbetriebnahme des Erdgasspeichers Haidach, der zu den größten in Europa zählt, und dem Projekt 7Fields haben wir uns einen Platz unter den führenden Speicherbetreibern gesichert.
Modul- und Spitzenspeicher
Die RAG entwickelt und betreibt bei kleineren Erdgaslagerstätten sogenannte „Modulspeicher“, bei denen die von der RAG entwickelten Produktionsmodule zum Einsatz kommen. Speicher wie Aigelsbrunn oder Haidach 5 werden sowohl als Spitzenspeicher, also zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen, aber auch als saisonale Speicher im österreichischen Netz genutzt.
Unverzichtbar sind die RAG Erdgasspeicher beim Einsatz erneuerbarer Energieträger, wie zum Beispiel Windkraft und Solarenergie. Denn nur durch den Vorrat von Erdgas in Speichern und die Umsetzung in Strom mittels Gaskraftwerken können Energien, die von Wind oder Sonne abhängig sind, überhaupt zum Einsatz kommen.
Erdgas aus den RAG Speichern deckt den Energiebedarf dann, wenn ihn die erneuerbaren Energieträger nicht leisten können.
Lagerstätte
Als (Kohlenwasserstoff-)Lagerstätte bezeichnet man poröse Gesteinsschichten, deren Porenraum mit flüssigen oder gasförmigen Rohstoffen gefüllt ist. Die Qualität einer Lagerstätte wird neben der Porosität von der Permeabilität bestimmt, die Auswirkungen auf die Förderkapazität einer Bohrung haben.
Erdöl und Erdgas sammeln sich im von Mutter Natur geschaffenen Speichergestein an und können dank einer darüberliegenden, völlig undurchlässigen Tonschicht nicht entweichen. Die Suche nach Kohlenwasserstofflagerstätten beginnt mit geophysikalischen Messungen (z. B. Seismik) des Untergrundes. Anhand der seismischen Daten werden Lage und Verbreitung von Gesteinspaketen im Untergrund festgestellt und kartenmäßig erfasst. Im Idealfall stellen sie die Basis für eine Bohrung nach Erdöl und Erdgas dar. Im Zuge der Bohraktivität werden Gesteinsproben (Bohrkerne) gewonnen, deren genaue Analysen, z. B. anhand von Dünnschliffen, detaillierte Informationen über den Porenraum und die Mineralogie der Gesteinsschicht liefern.
Versorgen
Als Partner von nationalen und internationalen Energieversorgungsunternehmen bietet die RAG maßgeschneiderte Handels- und Lieferkonzepte.
Kerngeschäft der RAG ist die Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas, um diese wertvollen Rohstoffe dem heimischen Markt zur Verfügung zu stellen. Unser Rohöl wird in österreichischen Raffinerien verarbeitet, das gewonnene Erdgas wird regional verbraucht und bedarfsgerecht strukturiert.
Die RAG betreibt aber auch überregionalen Erdgashandel und beliefert
in- und ausländische Energieversorger mit Erdgas. Wir haben uns auf flexible Lieferungen spezialisiert und können dank der heimischen Vorkommen importunabhängiges und versorgungssicheres Erdöl und Erdgas bieten.
Geothermie
Impulsgeber für die österreichische Thermenlandschaft
Mit der Erschließung von tiefen Thermalwässern (bis zu 3.500 Meter Tiefe) war die RAG schon mehrfach Impulsgeber für die österreichische Thermenlandschaft (Blumau, Loipersdorf, Bad Waltersdorf in der Steiermark und Geinberg in Oberösterreich) und hat auch grenzüberschreitend erfolgreiche Beiträge für die energetische Nutzung der Erdwärme in Bayern (München-Riem, Simbach-Braunau) geleistet.
Die Erfahrung der erfolgreich realisierten Projekte ermöglicht es uns heute, unserer Verantwortung zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Energie durch den Einsatz von Geothermie nachzukommen.
Mit der Strom- und Wärmeerzeugung aus hydrothermalen Systemen oder durch die Errichtung von "Tiefen Erdwärmesonden" erfolgt rund um die Uhr eine schonende und klimafreundliche Bereitstellung von Energie aus der beinahe unerschöpflichen Wärmequelle Erde.
