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Die Erde ist der beste Konservator - nicht nur für Erdöl und Erdgas

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01.02.06 | Pressemeldung

„Wenn einer eine Pipeline baut, dann kann er was erzählen.“

So wurde vor dem Bau der 39 km langen Pipeline der RAG zum geplanten Gasspeicher Haidach das umliegende Gebiet auf potentielle archäologische Fundstellen untersucht. Damit sollte einer Zerstörung wissenschaftlich wertvollen Materials entgegengewirkt werden. Die Ergebnisse aus der Lokalisierung früherer Fundstellen im Umkreis der Pipeline und der Analyse professioneller Luftbildaufnahmen ergaben sieben mögliche Fundorte entlang der geplanten Trasse. Diese wurden in Folge näher untersucht.

Anfang Mai wurde die oberste Erdschicht dieser sieben Stellen mit Baggern präzise und behutsam abgetragen. An der Pipelinetrasse im Gemeindegebiet von Gilgenberg am Weilhart, konnte schließlich nennenswertes archäologisches Material ausgemacht werden.

Archäologen suchen nun fachkundig jeden Quadratzentimeter der 310 Meter langen und 25 Meter breiten Trasse entlang der geplanten Pipeline ab. Damit wird erstmals in der Geschichte der RAG durch einen Pipelinebau ein wesentlicher Beitrag zu Geschichte und Wissenschaft geleistet.

„Unsere Arbeit ist es, Informationen aus der Erde zu holen. Jede Grabung ist ein Gewinn an Information, an Geschichtlichkeit. Es hat beispielsweise bisher noch niemand gewusst, dass die früheste Siedlung am Gilgenberg in die Hallstattzeit zurückreicht. Insgesamt haben wir es mit einer tausendjährigen Siedlungsperiode von 800 vor bis 250 Jahren nach unserer Zeitrechnung zu tun“, führt der vom Bundesdenkmalamt beauftragte Grabungsleiter Mag. Wolfgang Klimesch, Archäologe bei Archeonova, aus.

Anhand der Anordnung verwitterter Pfostenlöcher kann die Ausrichtung und Größe von Wohnhäusern nachvollzogen werden, Keramikscherben und sensationelle Funde aus Metall, darunter eine Bronzenadel und Teile von Armreifen, geben Aufschluss über die jeweilige Siedlungskultur.
Die Funde werden aus der Erde entnommen und archiviert, Herdstellen, Gräben und Pfostenlöcher vermessen. Anschließend werden die „ausgeschlachteten“ Felder für den Pipelinebau freigegeben, ohne dass wertvolles Kulturgut verloren geht.

„Die RAG hat durch ihr Vorhaben die Grabung ermöglicht und unterstützt, weil ohne den Bau einer Gasleitung keine finanziellen Mittel für die Grabung vorgesehen gewesen wären“, erläutert Wolfgang Klimesch die positiven Auswirkungen des Pipelinebaus auf Wissenschaft und Forschung.