Verrohrung (Futterrohre, Casing)
Die Verrohrung und Zementation des Bohrlochs dient einerseits der Stabilität, andererseits wird dadurch die Trennung der verschiedenen Gesteinsformationen gewährleistet.
Sie erfolgt in mehreren Rohrabschnitten, die teleskopartig nach unten kleiner werden.
Dimensionen
Der erforderliche Enddurchmesser einer Bohrung richtet sich nach der maximalen Produktionsrate. Übliche Enddurchmesser bei der RAG sind 4 1/2" und 7". In diese wird zur Produktion dann noch ein kleinerer Steigrohrstrang (Tubing) eingebaut.
Absetzteufen
Die Absetzteufen der einzelnen Abschnitte variieren mit jeder Bohrung. Sie richten sich nach den Tiefen der Grundwasserhorizonte, den vermuteten Gas- oder Ölvorkommen sowie geologischen Störungszonen und den zu erwartenden Drücken.
Liner
Liner sind Futterrohre, die in der vorhergehenden Rohrkolonne über einen Keilsitz abgehängt werden und nicht bis zur Oberfläche reichen. Meist wird bei tieferen Bohrungen damit der letzte Abschnitt verrohrt.
Zementation
Nach dem Einbau der Verrohrung oder der Liner wird der Zwischenraum zur Bohrlochwand mit Zement aufgefüllt. Gesteinsschichten, die Flüssigkeiten oder Gase enthalten, werden somit abgedichtet.
Schiebemuffe
Stufenzementation
Bei längeren Abschnitten können die Reibungsdrücke zu groß werden, so dass die Zementation nur stufenweise möglich ist. Mit so genannten Schiebemuffen wird zunächst der untere Teil und - nach Öffnen der Schiebemuffe - der obere Teil eines Verrohrungsabschnittes zementiert.
(Bild Schiebemuffe: von links: Nachstopfen 2. Stufe - Bombe zum Öffnen der Schiebemuffe - Schiebmuffe - Nachstopfen 1. Stufe - Anschlagring für Nachstopfen - Vorstopfen 1. Stufe)
Spezialzemente
Spezialzemente kommen zum Einsatz, wenn spezielle Anforderungen wie z.B. Gasdichtheit, hohe Temperaturbeständigkeit oder Sauergasbeständigkeit erfüllt werden müssen.


