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Verena Huber
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Fragen und Antworten

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Bestimmt die RAG den Benzinpreis in Österreich?

Nein. Der Ölpreis in Österreich ist vom Importpreis abhängig, der sich wiederum an der Börsennotierung für die Referenzsorte "Brent Blend" orientiert. Die RAG produziert weder Diesel noch Benzin, sondern täglich 263 Tonnen Rohöl. (Die weltweite Produktion liegt bei ca. 10,3 Mio. Tonnen.)

Kann man Öl und Gas auch künstlich herstellen?

Grundsätzlich ist das möglich, allerdings braucht man dafür Kohlenstoff und Wasserstoff, die beiden Stoffe, aus denen Öl und Gas bestehen. Der zeitliche und finanzielle Aufwand ist jedoch sehr hoch, daher wird dies in der Praxis nicht gemacht. Synthetisches Öl ist kein künstliches Erdöl, sondern ein Raffinationsprodukt, das als Schmierstoff verwendet wird, da es je nach Einsatzgebiet besondere Inhaltsstoffe und Eigenschaften aufweisen muss.

Konzessionsgebiete

Sind Öl- und Gasfelder mit unterirdischen Seen vergleichbar?

Nein. Öl- und Gaslagerstätten sind keine unterirdischen Seen, sondern nach oben hin abgedichtete Sedimentschichten, die porös und durchlässig sind.

Was hat Österreich davon, dass die RAG Öl und Gas fördert?

Die RAG leistet mit dieser Produktion einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und gewährleistet die Unabhängigkeit von ausländischen Lieferanten in Krisenzeiten. Die heimische Produktion steht damit im gesamtwirtschaftlichen Interesse Österreichs. Grundsätzlich sind alle Kohlenwasserstoffe (Öl und Gas) ”bundeseigene mineralische Rohstoffe”, d.h. sie stehen im Eigentum der Republik Österreich. Die RAG hat ein vertragliches Recht zur ”Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen”. Die RAG muss im Gegenzug aber auch einer ”Mindestaufsuchungsverpflichtung” nachkommen und verschiedene zusätzliche Abgaben an den Staat entrichten, nämlich Feldzins, Flächenzins, Förderzins und Speicherzins. An unseren österreichischen Standorten beschäftigen wir derzeit rund 330 Arbeitnehmer, bei Fremdfirmen werden durch die Zusammenarbeit weitere 300 Arbeitsplätze gesichert. Zusätzlich fördern wir die universitäre Ausbildung, insbesondere an der Montanuniversität Leoben. Wir unterstützen Diplomanden bei ihren Forschungsaktivitäten und vergeben jährlich Förderpreise in Höhe von 7500 Euro für hervorragende Leistungen.

Was tut die RAG für den Umweltschutz

Seit einigen Jahren setzt die RAG auf das "abfallfreie Bohrkonzept". Durch die Verwendung einer speziellen Bohrspülung und eines neuen Spülungssystems kann die Spülung vollständig wieder verarbeitet werden. Das anfallende Bohrklein findet in anderen Industrien Verwendung. Darüber hinaus investieren wir aktiv in Umweltschutzmaßnahmen. Wir legen größten Wert auf die Minimierung von Emissionen und die Reduktion von Lärm, z.B. durch Lärmschutzwände. Bei den bestehenden Anlagen werden permanent Inspektionen, Modernisierungen und Instandhaltungen durchgeführt. Sämtliche Arbeiten führen wir mit umweltschonenden Methoden und technisch höchsten Standards durch.

Wem gehört das Öl/Gas, das auf meinem Grund gefunden wird?

Die in Österreich vorkommenden Kohlenwasserstoffe, also Öl und Gas, sind Eigentum der Republik Österreich. Die RAG hat ein vertragliches Recht zur "Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen", muss im Gegenzug aber auch einer "Mindestaufsuchungsverpflichtung" nachkommen sowie verschiedene Abgaben an den Staat entrichten (Feldzins, Flächenzins, Förderzins, etc.). Die Besitzer der Grundstücke bekommen von der RAG ein Pachtentgelt für die Dauer der Nutzung ihrer Grundflächen. An den Erlösen aus der Produktion von Erdöl oder Erdgas sind sie, wie auch im Wasser- oder Bergbau, nicht beteiligt. Dies ist rechtlich im Mineralrohstoffgesetz geregelt.

Wie entstehen Öl und Gas?

Öl und Gas entstehen aus organischen Stoffen, also aus tierischen und pflanzlichen Resten. Im Wasser existierende Kleinstlebewesen und Algen sinken, wenn sie sterben, auf den Meeresgrund ab und werden in Schlamm eingebettet. Dadurch entsteht das sogenannte "Muttergestein", eine Schlammschicht, zu der kein Sauerstoff gelangt. Das Muttergestein wird mit der Zeit wieder und wieder überdeckt, wodurch Druck und Temperatur in dieser Schicht ansteigen. Unter diesen Bedingungen wird aus dem toten organischen Material Kerogen und aus diesem schließlich Kohlenwasserstoffe. Die entstandenen Kohlenwasserstoffe wandern aus dem Muttergestein in benachbarte Schichten, die eine bessere Durchlässigkeit haben, beispielsweise Sandstein. Wenn dieser Sandstein darüber liegend eine abdichtende Gesteinsschicht aufweist, kann sich eine Öl- oder Gaslagerstätte bilden. Dieser Vorgang, bei dem organisches Material zu Öl und Gas wird, läuft seit mehreren hundert Millionen Jahren unter der Erdoberfläche ab und findet auch heute noch statt.

Wie lange reichen die vorhandenen Öl- und Gasvorkommen noch?

Die weltweiten Ölvorkommen reichen nach heutigen Schätzungen noch rund einhundert Jahre. Die Gasvorkommen noch weitaus länger. Diese Zahlen sind jedoch vom zukünftigen Verbrauch und der technischen Weiterentwicklung abhängig. Noch vor 30 Jahren ist man davon ausgegangen, dass schon heute alle Reserven an Öl und Gas aufgebraucht sein würden. In den Bereichen Tiefbohrtechnik und Geophysik wurden aber in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht. Heute können Lagerstätten gefunden und erbohrt werden, die früher unerreichbar waren.

Wie sichert die RAG ihre Anlagen?

Die RAG verfügt bereits über mehr als 65 Jahre Erfahrung im Aufsuchen und Fördern von Öl und Gas. Sicherheit steht dabei für uns immer an erster Stelle. Wir investieren ständig in die Sicherheitsstandards unserer Anlagen und führen sie stets auf dem höchsten Stand der Technik. Die regelmäßige interne aber auch externe Kontrolle und Wartung unserer Anlagen, etwa durch den TÜV, regelmäßiges Training der Mitarbeiter anhand unserer Krisenpläne und Vorsorge und vorausschauendes Handeln sind wesentlicher Bestandteil unserer international hohen Sicherheitsstandards. Dazu gehört die Schulung unserer Mitarbeiter, damit Störungen schon im Vorfeld verhindert werden können. Dies alles gilt natürlich auch für die Zukunft: unsere Anlagen werden an den höchsten Sicherheitsstandards ausgerichtet.

Wie sieht ein Grundstück aus, wenn die RAG ihre Förderung beendet, oder bei ihren Bohrungen nichts gefunden hat?

Oberhalb der Förderfläche ist schon wenige Monate nach bergbehördlicher Beendigung der Fördertätigkeit nichts mehr zu sehen. Und auch unterirdisch sind keine Nachbearbeitungsmaßnahmen nötig. Eine nicht fündige Bohrung wird nach Richtlinien der Erdöl-Bergpolizeiverordnung (EBPV) verfüllt. Dabei wird das Bohrloch in mehreren Stufen zementiert und oben dicht verschlossen. Danach wird der Bohrplatz rückgebaut. Humus und die beim Bau abgetragene Grasnarbe wieder aufgebracht und wieder rekultiviert. Nach kurzer Zeit kann der ehemalige Bohrplatz wieder zur Nutzung an den Grundeigentümer übergeben werden. Auch von einer nicht fündigen Bohrung merkt man nach einigen Wochen nichts mehr.

Wie tief und mit welchem Durchmesser wird gebohrt?

Eine Tiefbohrung sieht schematisch aus wie ein Teleskop: Die Durchmesser werden von der Oberfläche hin zum eigentlichen Ziel immer kleiner. Die üblichen Größen an der Oberfläche liegen zwischen 43,8 cm und 21,6 cm und im Ziel oder Lagerstättenbereich zwischen 21,6 cm und 15,9 cm. Die Tiefe einer Bohrung, die sogenannte Teufe, variiert bei der RAG je nach Aufsuchungsfeld zwischen 1.500 und 3.500 m.

Wieviel Gas und Öl wird in Österreich gefördert?

Im Jahr 2000 wurden in Österreich insgesamt durch RAG und OMV 1,05 Millionen Tonnen Öl und 1,954 Mrd. m3 Gas gefördert. Diese Mengen an Öl decken ca. 12 Prozent und das geförderte Gas ca. 22 Prozent des österreichischen Bedarfs. Die RAG selbst fördert an ihren Standorten pro Jahr insgesamt ca. 90.000 Tonnen Öl und 800 Mio. m³ Gas. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs.

Wo kommen Öl und Gas in Österreich vor?

Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien verfügen über Öl- und Gasvorkommen. Die RAG sucht und fördert im Salzburger Flachgau, im Oberösterreichischen Alpenvorland und im nördlichen Wiener Becken Öl und Gas.