17.06.2011 | Pressemeldung
Die nachhaltige Nutzung der heimischen Erdöl- und Erdgasressourcen ist oberstes Ziel der RAG. Dazu gehört auch die Nachnutzung von Bohrungen, bei denen weder Erdöl noch Erdgas gefunden werden konnten, für Geothermie Projekte. Die RAG Bohrung Mühlleiten ML-002 im Gemeindegebiet von Neukirchen a.d. Vöckla wurde 2009 fertig gestellt und war aus Sicht der Erdöl- und Erdgasförderung nicht wirtschaftlich nutzbar. Mit einer Tiefentemperatur von 105°C ist die 2.875 Meter tiefe Bohrung aber ideal geeignet für die Gewinnung von „Erdwärme“ - eine der umweltfreundlichsten Energieformen überhaupt. „Mit dem Erdwärme-Projekt in Neukirchen ist die RAG Vorreiter der Geothermie und Biomassekombination in Oberösterreich. Die Erfahrung aus dem Betrieb dieser Pilotanlage wird auch die Basis zur zukünftig vermehrten Nachnutzung unserer Erdöl- und Erdgasbohrungen für Geothermie-Projekte sein“ betont RAG Generaldirektor DI Markus Mitteregger.
Die RAG Bohrung Mühlleiten wird bis Ende 2011 zu einer Tiefen Erdwärmesonde (TEWS) ausgebaut. Gleich dem Prinzip der seichten Erdwärmesonden bei Einfamilienhäusern wird dabei Erdwärme aus dem Untergrund gewonnen. Diese Wärme wird dann an die Bioenergie Neukirchen geliefert, die in der Ortschaft Neukirchen a.d. Vöckla ein Biomasseheizwerk samt Nahwärmenetz betreibt. Für das Biomassewerk ist die Zusammenarbeit mit der RAG eine ideale Ergänzung, da es in Verbindung mit der Erdwärmesonde effizienter und wirtschaftlicher genutzt werden kann. „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der RAG. Dieses zukunftsweisende Projekt unterstützt unsere Bemühungen die regionale Wärmeversorgung in der Gemeinde Neukirchen umzusetzen“ betont Bürgermeister Franz Zeilinger (Gemeinde Neukirchen a.d. Vöckla).
Nach Inbetriebnahme bis Ende 2011 kann aus der Anlage eine dauerhafte Wärmeleistung von etwa 400-450 kW gewonnen werden. Die jährliche Gesamtwärmeproduktion wird maximal 3.500 MWh betragen, das entspricht etwa dem Wärme Jahresverbrauch von rund 200 Einfamilienhäusern.
Die Anbindung der Erdwärmesonde an das Heizwerk erfolgt mittels Wärmetauscher und über eine etwa 1.000 Meter lange Verbindungsleitung, die am Ortsrand von Neukirchen verlegt wird. Aus energietechnischer und wirtschaftlicher Sicht ist eine möglichst kurze Verbindungsleitung essentiell für den Erfolg eines derartigen Projekts. Als Wärmeträger zirkuliert in den verlegten Leitungen Wasser.
Die Nutzung der Tiefen Erdwärmesonde in Neukirchen ist beispielgebend für weitere Bohrungen und Projekte der RAG.
Bioenergie Neukirchen
Die Bioenergie Neukirchen beschäftigt sich schon seit dem Jahr 2000 damit, unseren Ort mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen. So ist es uns gelungen im Jahre 2004 mit unserem Heizwerk in Betrieb zu gehen, mit dem bereits eine Vielzahl an Gebäuden durch den Einsatz von eigenem Nutzholz geheizt werden können. Die Genossenschaft besteht aus 19 Mitgliedern, die sich vorwiegend aus Landwirten der Umgebung zusammensetzt.
Es hat sich in den letzten Jahren ergeben, dass es nach der Suche nach Gas und Öl jedoch warmes Wasser mit 105 °C in einer Tiefe von 2800 m gefunden wurde. Nachdem uns auch das als eine umweltfreundliche Energie erscheint, hat sich die Bioenergie entschlossen, ein Abkommen mit der RAG zu treffen, bei dem 1/3 der Wärme für unsere Kunden mittels der Tiefen Erdwärmesonde erzeugt werden kann.
„Wichtig für uns wird vor allem sein, dass wir im Sommer unsere beiden Öfen nicht in Betrieb nehmen müssen, und diese im Herbst, Winter und Frühjahr je nach Verbrauch einsetzen werden.“ so die Betreibergemeinschaft.
Unternehmensporträt RAG
Die RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft ist das traditionsreichste Explorations- und Produktionsunternehmen Österreichs und seit 60 Jahren in Oberösterreich tätig. Kerngeschäft ist die Aufsuchung und Förderung von Erdgas und Erdöl, sowie die Speicherung von Erdgas. Bei den etwa 800 durchgeführten Bohrungen konnten neben Erdöl und Erdgas auch wertvolle Erkenntnisse über Thermal-, Heil- und Trinkwasservorkommen gewonnen werden. So konnten bereits in den Gemeinden Geinberg, Obernberg und Weibern in Oberösterreich sowie Waltersdorf, Blumau und Loipersdorf in der Steiermark Bohrungen erfolgreich in Geothermieprojekte bzw. Thermenprojekte umgewandelt werden.
Die RAG betreibt unter anderen mit dem Erdgasspeicher Haidach (Salzburg/OÖ) den größten Erdgasspeicher Österreichs. Mit einer Speicherkapazität ab April 2011 von rund fünf Mrd. Kubikmeter leistet RAG einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und ganz Mitteleuropas. In den letzten Jahren hat die RAG über 1 Milliarde Euro in Oberösterreich und Salzburg investiert.
Seit Bestehen des Unternehmens hat die RAG mehr als 15 Millionen Tonnen Rohöl und mehr als 27 Milliarden m3 Erdgas gefördert. Heute verkauft die RAG mit rund 400 MitarbeiterInnen jährlich rund 600 Millionen m3 Erdgas und produziert 140.000 Tonnen Rohöl und betreibt Erdgasspeicher in ausgeförderten Erdgaslagerstätten von bis zu 5 Mrd. m³. Die Aufsuchungs- und Fördergebiete der RAG konnten in den letzten Jahren erweitert werden. RAG ist außerhalb Österreichs in Bayern, Ungarn, Polen und der Ukraine tätig.
Rückfragehinweis:
RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft
Mag. Elisabeth Kolm
Schwarzenbergplatz 16
A-1015 Wien
Tel.: +43 (0) 50724 5448
Mail: elisabeth.kolm@rag-austria.at

