Sondenkopf
Erdgas
Österreich deckt rund 20 Prozent seines Eigenbedarfes mit heimischem Erdgas aus Feldern nördlich von Wien, im westlichen Oberösterreich und in Salzburg.
Die RAG fördert seit 1960 Erdgas aus Lagerstätten in ihren Gewinnungsfeldern in Ober- und Niederösterreich und betreibt heute 125 Gassonden mit einer Naturgasförderung von 234,85 Mio. m3 Erdgas (2010).
Erdgas Fördertechnik
Bei der Erdgasförderung wird in die verrohrte und zementierte Fördersonde ein Förderrohr eingezogen, das bis zum tiefsten Punkt der neu erschlossenen Lagerstätte reicht. Damit das Erdgas in die Sonde strömen kann, werden die Verrohrung (Casing) und Zementation mittels Perforation zur Lagerstätte hin geöffnet.
An der Erdoberfläche wird ein so genanntes Eruptionskreuz installiert, welches die Sonde verschließt. Ein untertägiges Sicherheitsventil im Förderrohr verhindert einen unkontrollierten Austritt von Erdgas.
Das Erdgas erreicht mit einem Druck von bis zu mehreren 100 bar die Erdoberfläche. Vom Sondenkopf gelangt es über eine Hochdruckleitung in die Gasaufbereitungsanlage, wo es für den Transport über Verteilnetzleitungen getrocknet wird.
Je nach Lagerstättentyp und Druckabsenkung können bis zu 99% des vorhandenen Erdgases produziert werden. Bei sinkendem Lagerstättendruck gehen die Förderraten zurück. Aus diesem Grund werden im späteren Förderverlauf zusätzliche Bohrungen, so genannte Produktionsbohrungen niedergebracht, um die Gesamtrate auf einem bestimmten Niveau halten zu können.
Erdgas Aufbereitung
Bevor das Erdgas bereitgestellt und in das Versorgungsnetz eingespeist werden kann, muss es entsprechend aufbereitet werden.
Das aus der Tiefe kommende Erdgas wird übertage zunächst in Trocknungsanlagen behandelt. Diese scheiden mitgefördertes Lagerstättenwasser, flüssige Kohlenwasserstoffe und Feststoffe ab. Der verbliebene Wasserdampf wird dem Gas unter Verwendung von Glykol entzogen. Das Erdgas verlässt die Aufbereitungsanlagen in verbrauchsfähiger Qualität.


